Das Objektiv

Das Objektiv ist das Auge der Kamera und somit ein wichtiges Glied in der Kette zu einem ausgewogenem Bild

Das Objektiv besteht aus einem Tubus, in dem sich mehrere Linsen und Linsengruppen befinden. Im vorderen Bereich hat das Objektiv eine feststehende Öffnung (Lichteintrittsöffnung) und im hinteren Bereich eine flexible Öffnung (die Blende). Der hintere Bereich wird an die Kamera angeschlossen.

 

Objektive werden nach ihrem Charakter bezeichnet.

  • Weitwinkelobjektive/Superweitwinkelobjektive
  • Normalobjektive
  • Teleobjektive/Superteleobjektive

darüber hinaus gibt es

  • Festbrennweiten-Objektive
  • Makro-Objektive
  • Weitwinkel-Zoomobjektive
  • Standard-Zoomobjektive
  • Tele-Zoomobjektive
  • Tilt/Shift-Objektive.

Das liest sich erst einmal verwirren und viel. Wenn Du ein wenig den Durchblick bekommen hast wirst Du wissen welches Objektiv Du für welchen Zweck eingesetzt kannst.

 

Um ein Objekt auf dem Sensor abbilden zu können reicht schon ein kleines Loch (Kamera Obscura). Damit würde man aber nur einen winzigen Bruchteil des Lichtes ausnutzen können. Damit mehr Licht auf den Sensor gelangt wird eine Sammellinse verwendet, die das einfallende Licht bündelt.

 

Ein Objektiv verfügt immer über mehrere hintereinander positionierte Linsen, die gegenseitig ihre Abbildungsschwächen kompensieren. Dadurch werden deutlich bessere Ergebnisse erzielt als mit nur einer Linse. Je stärker die Wölbung einer Linse ist, desto näher kann sie am Sensor positioniert werden. Der Bildwinkel wird dadurch vergrößert. Je flacher eine Linse ist, desto weiter muss sie vom Sensor entfernt sein um das Licht bündeln zu können. Dies führt zu einem engeren Bildwinkel.

Die Brennweite

 

Die Brennweite ist der Abstand von der Linsenmitte zu ihrem Brennpunkt, auch Fokuspunkt genannt. Dies ist auch der Punkt, an dem die Abbildung durch die Linse am schärfsten ist. Parallel auf die Linse treffende Lichtstrahlen werden, je nach Linsenwölbung, in kürzerer oder längerer Entfernung von der Linsenmitte hinter der Linse gebündelt. Dieser Abstand wird als Brennweite bezeichnet.

Bildwinkel

 

Der Bildwinkel sagt aus, welchen Winkel eine Kamera mit einem Objektiv erfassen kann. Dies ist immer abhängig von der Objektivbrennweite und von der Größe des Bildsensors in der Kamera. Auf der Motivseite entspricht der Bildwinkel dem Sehwinkel.

 

 

Je kürzer die Brennweite umso größer ist der Bildwinkel, der mit dem Objektiv abgebildet werden kann (Weitwinkel).

 

Je länger die Brennweite ist, umso enger ist der Bildwinkel und desto mehr erscheinen die Objekte vergrößert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bildwinkel für Objektive von 6 mm

bis 1200 mm Brennweite für Kameras

mit Vollformatsensoren

 

Weitwinkel-Objektiv  Brennweitenbereich von ca. 14 mm bis 44 mm geeignet für Landschaftsaufnahmen.

Superweitwinkel-Objektiv  auch Fishey genannt, diese Objektive können Winkel bis zu 220° abbilden. Sie haben einen Brennweitenbereich von ca 6 mm - 14 mm.

 

Normalbrennweiten-Objektiv  Brennweitenbereich von ca. 40 - 55 mm. Dieser Bereich entspricht in etwa dem 

Sehwinkel des menschlichen Auges. Die Brennweite eignet sich gut für die Streetfotografie.

 

Tele-Objektiv  Brennweitenbereich von 55 mm - 300 mm. Geeignet für Objekte die in weiterer Entfernung liegen ebenso sind sie für die Portraitfotografie oder auch für die Tierfotografie geeignet.

Supertele-Objektiv  Brennweitenbereich von 300 mm und mehr.

 

Festbrennweiten-Objektiv  Ein solches Objektiv hat nur eine Brennweite, z. B. 28 mm, 40mm, 50 mm, 60 mm, 85 mm und kann daher auch nur den Bildwinkel abbilden, der der Brennweite entspricht. Der Vorteil dieser Objektive ist, dass sie hochwertiger verarbeitet sind, sie haben eine bessere Abbildungsleistung was die Schärfe und die Farbwiedergabe betrifft. Allerdings sind diese Objektive meistens auch teurer. Der Nachteil ist, dass man sein Objektiv öfter mal wechseln muss, möchte man einen anderen Bildwinkel haben.

 

Zoomobjektive  verfügen über einen variablen Brennweitenbereich z. B. 14 - 24 mm, 24 - 70 mm,  70 - 210 mm. Wegen ihrer flexiblen Brennweite werden sie auch Varioobjektive genannt. Mit einem 24 - 70 mm Zoomobjektiv kann ein Spektrum vom Weitwinkelbereich (24 - 45 mm) über den Normalbereich (44 - 55 mm) bis hin zum kleinen Telebereich (55 - 70 mm) abgedeckt werden. Zoom-Objektive werden unterschieden in 

  • Weitwinkelzoom-Objektive
  • Standardzoom-Objektive
  • Telezoom-Objektive.

Makro-Objektive  sind geeignet für kleine Objekte zur Darstellung von Details z. B. in der Pflanzen- oder Kleintierwelt. Makro-Objektive haben eine geringe Naheinstellgrenze, d. h. man kann sehr dicht an das Objekt heran und kann es im Maßstab 1:1 abbilden. Darüberhinaus haben Makro-Objektive eine geringere Schärfentiefe als andere Objektive und eignen sich daher auch sehr gut für die Portraitfotografie.

 

Tilt/Shift-Objektive  sind Spezial-Objektive die u. a. in der Architekturfotografie eingesetzt werden. Diese Objektive bieten die Möglichkeit Verzeichnungen, die bei Weitwinkelaufnahmen unweigerlich entstehen schon im Objektiv zu korrigieren.

 

Jetzt hast Du schon eine Menge über Objektive erfahren und wirst Dich fragen: "Toll und welches Objektiv kaufe ich mir jetzt als Anfänger?"

 

Ganz einfach, für den Einstieg empfehle ich Dir erstmal ein Standardzoom-Objektiv. Die meisten Hersteller bieten sog. Kamerakits an, also Objektiv und Kamera  als Komplettpaket. Bei den Objektiven handelt es sich meistens um preisgünstige Varianten, die einen Zoombereich von ca. 24 mm - 85 mm abdecken. Damit ist man für den Einstieg für die meisten Situationen gerüstet.